Berühmter Satz durchs erste Telefon:
„Das Pferd frisst keinen Gurkensalat“

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Mit Draht und Welle begann die bahnbrechende Erfindung des Telefons: Der deutsche Physiklehrer Philip Reis übertrug 1861 erstmals die menschliche Stimme über einen Draht. Mit Hilfe einer Schweinsblase, die über Hebel einen Kontakt bewegte (Mikrofon), veränderte er im Rhythmus der Sprache einen Strom, der am anderen Ende des Drahtes über eine Stricknadel den Boden einer Zigarrenkiste in hörbare Schwingungen versetzte. Dies war gleichzeitig die Geburtsstunde des Lautsprechers.
Am 26. Oktober 1861 hielt der 27jährige Philipp Reis einen Vortrag vor dem Physikalischen Verein zu Frankfurt am Main über die Erfindung des „Telefons“, wie er seinen Apparat nannte. Reis legte damals den Schwerpunkt auf die musikalische Übertragung und das hatte einen guten Grund, denn die Sprachübertragung klappte nicht immer. Und so gingen die berühmten Worte, die in die Technikgeschichte eingegangen sind: „Das Pferd frisst keinen Gurkensalat“, im Rauschen unter. Entsprechend lapidar fiel das Urteil der honorigen Versammlung aus: „Welch hübsche Spielerei dieses Lehrers“.

Alexander Graham Bell gilt als Erfinder des Telefons in den USA. Der Taubstummenlehrer erkannte die Erfindung von Philipp Reis, Sprache auf elektrischem Wege zu übertragen, stets an. Dennoch ging die Entwicklung von seinem Telefonapparat aus, da dieser auf Anhieb für den täglichen Gebrauch eingesetzt werden konnte. Bell setzte eine Metallmembran als Resonator ein und überließ die Schwingungen der Membran. Dies war die entscheidende Bell-Innovation: ohne den Umweg über die mechanische Umsetzung, direkt den Strom zu beeinflussen. Mit diesem Prinzip übertrug er 1875 die menschliche Sprache. Am 14. Februar 1876 ließ er sein verbessertes Telefon patentieren. Zwei Stunden später wartete der Amerikaner Elias Grey mit einer ähnlichen Konstruktion auf. Bells Erfindung war einfacher und genialer, er erhielt den Zuschlag. Unterstützt von Partnern gründete er 1877 in Boston die Bell Telephone Company, die 1899 in AT&T aufging.

1881 wurde in Berlin die erste öffentliche (handvermittelte) Fernsprechzentrale mit acht Anschlüssen eröffnet. Gleichzeitig erschien das erste Telefonbuch. Ende des Jahres hatte das Netz schon über 100 Teilnehmer. Zuhause telefonierte man damals üblicherweise mit Wandapparaten. Mittels Kurbelinduktors oder eines Knopfes konnte die Verbindung zum Amt hergestellt werden. Da sich die Telefongespräche häuften und die Sprechzeiten länger wurden, tauschten viele Telefonteilnehmer ihren Wandapparat nach kurzer Zeit in einen Tischapparat um.