Berühmte Marken der Unterhaltungselektronik: Schaub-Lorenz und Graetz

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In diesem Teil der Museumswerkstatt blickt der Besucher in die gemütliche Wohnwelt der 1950er Jahre mit Radio und Fernsehklappenschrank. Carl Lorenz ist zu dieser Zeit beim Wiederaufbau des Rundfunknetzes tätig. Die Firma stellt Sender und Antennen für Mittelwelle und UKW her. Auch bei der Fernsehübertragung nimmt Lorenz eine bedeutende Stellung ein.

Die historischen Verdienste, die „Lorenz“ und „Schaub“ auf dem Gebiet der Rundfunk- und Fernseh-Empfänger hatten, verpflichteten zur Fortsetzung dieser Tradition. Der Fernseh-Empfängerbau, der von 1951 an bei Schaub weitergeführt wurde, brachte dank sorgfältiger Entwicklung und ständigem Erfahrungsaustausch mit den Lorenz-Laboratorien Geräte verschiedener Größe mit hervorragender Bildqualität und immer besserer Empfangsleistung hervor.
Ab Sommer 1955 wurden die Geräte unter der Marke „Schaub-Lorenz“ verkauft. Bemerkenswert war damals die Diskussion um die Bildfarbe: „Es hat sich herausgestellt, dass das stark chamoisfarbene Bild ebenso wie das tiefblaue Bild nur noch vereinzelte Liebhaber finden.
Die inzwischen bei den LORENZ-Röhren eingestellte Bildfarbe, die man durchaus mit ,weiß' bezeichnen kann, scheint den meisten Anklang gefunden zu haben, wie aus der Tatsache hervorgeht, dass Konkurrenzfirmen die früher von ihnen verwendete tiefblaue Fluoreszenzfarbe verlassen und sich mehr und mehr dem Farbton der LORENZ-Röhren genähert haben."

Der hier gezeigte UKW-Spitzensuper Sinfonia aus dem Jahre 1954 ist ganz im typischen Design jener Zeit gebaut. Das Gerät besitzt einen serienmäßigen UKW-Tuner und zur Senderabstimmung ein magisches Auge, das in einem Empfänger jener Zeit nicht fehlen durfte. Akustisch wurde mit diesem Spitzensuper Neuland betreten. Anzeigen aus jener Zeit sprechen von einer „bahnbrechenden Klangverbesserung“.
„Sie sollten den „GRAETZ 4 R Rundstrahl-Raumklang“ gehört haben, bevor Sie ein Rundfunkgerät kaufen – auch Sie werden begeistert sein.“ Typisch für diese Zeit ist auch eine drehbare Ferritpeilantenne, für die die C. Lorenz A.G. 1935 die Patentrechte bekam.