Das Telefon macht mobil und wird unabhängig von Raum und Zeit

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Funktechnik ist ein Begriff für die Methode, Signale aller Art mit Hilfe elektromagnetischer Wellen im Radiofrequenzbereich (Radiowellen) drahtlos zu übertragen. In der C. Lorenz AG  spielte die Entwicklung der Funktechnik eine wichtige Rolle. Schon 1906 erwarb die Firma die Poulsen-Patente für einen Lichtbogen-Sender und legte damit den Grundstein für eine erfolgreiche und umfassende Entwicklungstätigkeit in der Funktechnik.

Früh entwickelte man auch Sende- und Empfangsstationen geringeren Gewichts, Vorläufer der mobilen Funkgeräte.

Noch bis in die 1930er Jahre gab es Funkgeräte nur als stationäre Geräte, zum Beispiel für den Schiffsfunk oder in Flugzeugen. Selbst in Kraftfahrzeugen eingebaute Funkgeräte waren mit dem notwendigen Zubehör wie dem Netzteil zur Stromversorgung so schwer und umfangreich, dass sie nicht als mobil zu betrachten sind.

Bedingt vor allem durch technische Innovation in der Rüstungsindustrie wurden die Funkgeräte jedoch in immer kleinerer Bauweise gefertigt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kam Ende der 1940er Jahre mit der Erfindung des Transistors eine neue Technologie zum Tragen. Mit der schnellen Entwicklung der Halbleitertechnik war es möglich, mobile Funkgeräte zu fertigen, die neue und wesentlich verbesserte Eigenschaften aufzuweisen hatten.

Die ersten deutschlandweit verwendbaren Autotelefone kamen 1958 auf den Markt. Die Geräte waren wegen der für die Funktechnik verwendeten Vakuumröhren recht groß und kosteten etwa 50 Prozent des Wagenpreises. Gespräche wurden handvermittelt.

Ab 1972 gab es in Deutschland das B-Netz, in dem schon automatisch vermittelt wurde. 1985 hatte es bereits 25.000 Teilnehmer. Der Standort eines Teilnehmers musste bekannt sein, um ihn anrufen zu können. Das darauf folgende kleinzellige analoge C-Netz ging 1985 in Betrieb.

Das SEM 340 Mobiltelefon, das von der Alcatel SEL-Tochter Technophone zwischen 1988 und 1995 hergestellt wurde, nutzte dieses Netz und wurde ab 1990 „Poctel“ (Taschentelefon) genannt. Es wog lediglich 600 Gramm, man konnte damit überall in Deutschland acht Stunden lang telefonieren. Es konnten 98 Namen und Nummern gespeichert werden.

1988 hält die Digitalisierung auch im Mobilfunk Einzug als sich 21 Länder auf einen gemeinsamen Standard für das erste vollständige digitale Mobilfunksystem einigen: GSM (Global System for Mobile Communication) im Frequenzband 900 MHz. Im damaligen Konsortium S900 entwickelte Alcatel dieses völlig neue digitale Mobilfunksystem, mit dem europaweit telefoniert werden konnte.