Nachrichtentechnischer Alleskönner: der Fernschreiber

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Nach dem Bau und Vertrieb von Morse-Telegrafen beginnt C. Lorenz als Pionier für Fernschreibgeräte früh mit der Produktion von Typendrucktelegraphen und lieferte unter anderem die Großanlage für das Polizeipräsidium Berlin mit 220 Empfangsstationen für sämtliche Polizeireviere.

Im Unterschied zum Morsen kann die Nachricht beim Empfang sofort als Klartext gelesen oder automatisch weiterverarbeitet werden. Die verwendeten Nachrichtenkanäle müssen nicht ständig manuell auf ankommende Nachrichten überwacht werden. So kann auch der Fernschreibbetrieb bei Bedarf weitgehend automatisiert erfolgen und eine vorbereitete Nachricht automatisch zu einem bestimmten Zeitpunkt mittels Lochstreifenlesers versendet werden.

Fernschreiber ermöglichten es bereits 1931, Nachrichten über ein Fernschreibnetz zu senden und zu empfangen. Das Fernschreib-Selbstwählnetz, das die Deutsche Bundespost seit 1948 in Westdeutschland wieder aufbaute, galt als größtes seiner Art. 1976 erhält als erster vollelektronischer Fernschreiber der Lo2000 von SEL die Zulassung der Deutschen Bundespost für das deutsche Telexnetz. Ein Chip übernimmt nun die Aufgaben von 650 mechanischen Teilen.

 

Bis in die 1990er Jahre war es als ein eigenständiges Netz mit eigenen Vermittlungsstellen im Betrieb. Die Verbindungen zum Nachrichtenaustausch mit den Telexpartnern konnten mittels eines Wählzusatzgerätes anhand ihrer öffentlichen Telexnummer wie bei einem Telefon direkt über eine automatische Wähleinrichtung hergestellt werden. Dieses Netz war in das internationale Fernschreibnetz eingebunden.

Der Übergang vom Streifenschreiber zum Blattschreiber dauerte bis in die 60er Jahre. Während der Streifenschreiber den 9,5mm breiten Papierstreifen aus der Morsetelegrafie verwendet, schreibt der Blattschreiber den Text wie eine Schreibmaschine auf eine Endlosrolle in der Breite eines Briefes (beispielsweise DIN A4). Die Ausstellung zeigt Beispiele beider Typen (links T36 und Lo15 oben).